Präklinische Daten
Präklinische Untersuchungen zur systemischen Toxikologie, zur Genotoxizität und zum Kontaktsensibilisierungspotential lassen keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Systemische Toxizität
Experimentelle systemische Toleranzstudien am Tier mit täglich wiederholter intravenöser Verabreichung ergaben keine Resultate, die einer einmaligen Gabe an Menschen für diagnostische Zwecke entgegenstehen würden. Aufgrund der Ergebnisse der akuten Toxizitätsstudien ist das Risiko einer akuten Vergiftung mit Gadovist klein.
Reproduktionstoxizität
Repetitive Dosierung in Studien zur Reproduktionstoxikologie führten zur Verzögerung in der embryonalen Entwicklung bei der Ratte und zu einer erhöhten Embryo-Letalität in Affen und Kaninchen nur in Dosen (8-17 mal höher als die diagnostische Dosis), die für die Muttertiere toxisch waren. Es ist nicht bekannt, ob diese Effekte auch durch eine einmalige Dosis ausgelöst werden können.
Genotoxizität und Kanzerogenität
Genotoxozitätsstudien (Gen-, Chromosomen- und Genom-Mutationstests) mit Gadovist in-vivo und in-vitro gaben keinen Hinweis auf ein mutagenes Potential.
Da Gadovist keine genotoxischen Eigenschaften und keinen toxischen Effekt auf rasch proliferierende Gewebe aufwies, wurde es nicht als nötig betrachtet, eine Studie zur Tumorigenität durchzuführen.
Lokale Verträglichkeit
Experimentelle lokale Toleranzstudien mit Gadovist bei einmaliger sowie wiederholter intravenöser und einmaliger intraarterieller Injektion ergaben keine Anzeichen dafür, dass lokale Effekte an den Blutgefässen beim Menschen zu erwarten sind.
Experimentelle lokale Toleranzstudien mit einmaliger paravenöser, subkutaner sowie intramuskulärer Injektion zeigten, dass leichte lokale Unverträglichkeits-Reaktionen nach unabsichtlich paravenöser Verabreichung auftreten können.
Studien in Bezug auf Kontaktsensibilisierung ergaben keinen Hinweis auf ein Sensibilisierungspotential.
Kardiovaskuläre Effekte
In Tierstudien und in Abhängigkeit von der eingesetzten Dosis zeigte sich, dass Gadovist vorübergehend den Blutdruck und die Kontraktionskraft des Myokards in geringem Mass erhöhen kann. In den Konzentrationen, die nach intravenöser Injektion im Organismus entstehen, ist das Ausmass dieses Effektes jedoch von minimaler physiologischer oder klinischer Relevanz. Eine Blutdruckerhöhung wurde beim Menschen nicht beobachtet.
Sowohl pharmakologische Studien zur kardiovaskulären Sicherheit als auch Klinische Phase I-Studien ergaben Hinweise, dass Gadovist nach Applikation von 3- bis 8-fach höheren Dosen als üblicherweise beim Menschen angewandt ein Potential zur Blockade von kardialen Kaliumkanälen sowie einen Effekt auf die kardiale Repolarisation besitzt. Die Möglichkeit, dass Gadovist bei einzelnen Patienten Torsades-des-Point-Arrhythmien auslösen könnte, kann folglich nicht ausgeschlossen werden. Effekte auf die kardiale Repolarisation sind am Menschen in klinisch relevanten Dosierungen nicht beobachtet worden.